News aus Akwakwaa Januar 2011

Zuerst freuen wir uns natürlich, dass wir schon einige erste Mitglieder für unseren Verein gewinnen konnten. Es ist unglaublich schön für uns, dass es Menschen gibt, die unser Engagement unterstützen! Wir möchten uns auch insbesondere bei der Katholischen Kirchgemeinde Gams bedanken, die uns den Erlös des Opferkerzenverkaufs 2010 gespendet hat, der Firma Innosourcing aus Sirnach und der Firma Amitex aus Wängi, die ihr Weihnachtsgeld unserem Verein spendeten. Ebenfalls eine grosse Summe haben wir vom Frauenverein Sirnach erhalten, die uns den Erlös der Adventsverkäufe zukommen liessen. Unser Dank geht natürlich auch an die vielen kleineren Spenden, die wir in den letzten Monaten erhalten haben, denn auch kleine Beträge können zusammen grosses bewirken. Vielen Herzlichen Dank!!!
Für unseren Trip nach Ghana Ende letzten Jahres hatten wir einige Ideen, wie wir vor Ort einen Teil der erhaltenen Gelder einsetzen könnten. Es freut uns sehr euch jetzt mitzuteilen, was wir alles in Bewegung setzen konnten.

Da wir ja die Weihnachtstage in Akwakwaa verbrachten, wollten wir für die Kinder und die ArbeiterInnen ein schönes Fest auf die Beine stellen. Dazu engagierten wir eine Cateringköchin, die für den 25. Dezember gefüllte Teigtaschen backte. Die ganzen Festtage über hatten wir eine grosse Musikanlage im Heim aufgestellt - Musik darf in Ghana bei solchen Anlässen einfach nicht fehlen. Für die eigentliche Weihnachtsparty liessen wir wieder die Cateringköchin und ihre Helferinnen kommen, die dann ein richtiges Festessen zubereiteten. Es gab ein riesiges Buffet mit verschieden zubereitetem Reis, einem Stück Fleisch für jedes Kind und ghanaischem Salat.Da wir auch Reis übrig hatten, konnten wir noch etwas unter den aus dem Dorf gekommenen Leuten verteilen. Noch Tage später schwärmten die Leute von unserem Fest und sagten, dass es die schönste Party gewesen sei, die je in Akwakwaa stattgefunden hatte. Wir hatten auch noch einige Geschenke aus der Schweiz mitgebracht und daa auch noch unsere Freundin aus Norwegen gekommen war und einige Mitbringsel im Gepäck hatte, schafften wir es für jedes Kind etwas in einen Plastiksack zu verpacken und zu verteilen. Vielen Dank an dieser Stelle an alle, die uns Kleidungsstücke mitgegeben haben! Nach den Festtagen ging's für uns jedoch mit der eigentlichen Arbeit erst richtig los. Seit ungefähr einem Jahr zahlen wir einen Beitrag zu den monatlich anfallenden Ausgaben für die ArbeiterInnen im Kinderheim. Wir waren erfreut zu sehen, dass durch unsere Hilfe das Leben der Kinder im Waisenhaus um einiges strukturierter und organisierter geworden ist. Insbesondere die von uns angestellten Frauen arbeiten hart und sind rund um die Uhr für die Kinder da. Da in den letzten Monaten in Ghana die Preise für Lebensmittel in die Höhe geschossen sind und auch sonst viele Sachen teurer geworden sind führten wir einige Gespräche mit den Arbeiterinnen betreffend der Erhöhung ihrer Löhne. Ähnliche Diskussionen führten wir auch mit den Lehrern der heiminternen Schule. Die Schule wurde in den letzten Jahren immer mehr ausgebaut und auch das von uns beim letzten Besuch in Auftrag gegebene zusätzliche Klassenzimmer war mittlerweilen fertiggestellt worden. Eine ehemalige freiwillige Helferin aus Schweden setzt sich besonders für die Schule ein und sie beauftragte uns deshalb, einen ausgebildeten Schulleiter zu finden. Dieser soll sich von nun an um die Organisation der Schule kümmern und Madam somit ein Stück weit entlasten. Es war eine Herausforderung, einen passenden Mann zu finden. Am Tag unserer Abreise wurden wir dann fündig und konnten einen jungen Mann engagieren, der bereits als Assistent eines Schulleiters gearbeitet hat und zudem mit dem Internet sehr vertraut ist. Dies ist eine riesige Bereicherung für uns, da wir nun per Mail jederzeit Kontakt mit dem Heim aufnehmen können und wir so auch regelmässig Fotos aus Akwakwaa erhalten.
Während unserem Aufenthalt gab es eine Krankheitswelle in der ganzen Region um Akwakwaa, die leider auch das Kinderheim nicht verschonte. Viele Leute wurden wegen Magendarmproblemen in die Krankenhäuser eingeliefert und dies alarmierte auch die Leute vom Gesundheitsministerium. Da auch von unseren Kindern einige behandelt werden mussten, übernahmen wir die anfallenden Krankenhauskosten. Gleichzeitig erneuerten wir die fälligen Krankenversicherungskarten von 50 der Kinder im Heim.

Natürlich brachte uns diese Krankheitswelle zum Nachdenken und es stellte sich heraus, dass die Übertragung auf schlechtes Trinkwasser und mangelnde Hygiene zurückzuführen sind. Da wir bereits vor unserer Reise die Durchführung eines Gesundheitskurses im Dorf geplant hatten, passten wir diese Idee den Umständen mit dieser Krankheitswelle an. Zusammen mit zwei Krankenschwestern aus dem Regionalspital organisierten wir Gesundheitskurse, welche neben sexueller Aufklärung den Schwerpunkt persönliche Hygiene hatten. Für die Kurse stellten wir fünf Gruppen zusammen, die sich insgesamt aus 70 Dorfbewohnern zusammenstellten. So gab es je eine Klasse für Jungen und Mädchen im Alter zwischen 14-18 Jahren, einen Kurs für Teenage-Mütter und je einen für Frauen und Männer. Für jeden Teilnehmer stellten wir ein Geschenkset in Badeeimern zusammen, das neben dem Kursmaterial auch Seife, Desinfektionsmittel und verschiedene Medikamente enthielt. Uns war es wichtig, dass möglichst das ganze Dorf von den Gesundheitskursen profitiert, deshalb gingen wir einen Tag lang von Haus zu Haus um geeignete Teilnehmer aus möglichst verschiedenen Familien zu finden. Ziel der Kurse war es, dass die Leute ihr Wissen weitergeben und somit alle etwas vom Erlernten mitbekommen. Wir waren überwältigt auf wie viel Begeisterung unsere Idee in der Gemeinde stiess, denn es wollten unglaublich viele Leute an den Kursen teilnehmen. Herzlichen Dank an den Administrationsrat der katholischen Konfessionsteils des Kantons St. Gallen für die Ermöglichung dieser Gesundheitskurse!
Ein weiteres Projekt von uns war die Gründung eines Jugendvereins in Akwakwaa. Als erstes stellten wir ein Leitungsteam zusammen, die sich um die regelmässige Durchführung von Aktivitäten kümmern wird. Dabei entschieden wir uns für etwas ältere, zuverlässige und bei den Jugendlichen beliebte Leute aus dem Dorf. Es war uns sehr wichtig die Ideen des Leitungsteams mit einzubeziehen, da sie nun für den Verein verantwortlich sind. Wir waren erstaunt wie motiviert, bescheiden und realistisch die Leitergruppe an die ganze Sache ranging. Der schliesslich im Januar 2011 gegründete Jugendverein trägt den Namen „Friends of Akwakwaa“. Die Hauptaktivitäten sind sportlicher Natur, d.h. jeden Sonntagmorgen um halb sechs Uhr treffen sich die Jugendlichen zu einer Jogging-Tour. Danach machen sie Fitness-Übungen auf dem Sportplatz und spielen gelegentlich Fussball zusammen. Ausserdem steht monatlich eine Reinigungsaktion an, wo die Jugendlichen zusammen den liegengebliebenen Abfall im ganzen Dorf wegräumen.
Da wir in regelmässigem Kontakt mit einigen Leuten in Akwakwaa stehen, können wir auch mit Freuden feststellen, dass der Jugendverein seine Aktivitäten regelmässig durchführt. Ermöglicht wurde uns die Gründung des Jugendvereins von der Firma INNOSourcing aus Sirnach. Herzlichen Dank! Vor unserer Abreise aus Akwakwaa machten wir auch noch einige Besorgungen für das Kinderheim. So schafften wir etwa neue Putzutensilien für die Reinigung der Gebäude an und kauften grosse Gaskocher für die Küche. Somit müssen die ArbeiterInnen nicht mehr mühsam draussen auf dem Feuer kochen und wir erhoffen uns dadurch auch eine Verbesserung der Sauberkeit bei der Zubereitung der Mahlzeiten.
Wie ihr seht waren wir während unserer Zeit in Ghana ziemlich beschäftigt mit Organisieren und Diskutieren. Nichts desto trotz konnten wir natürlich auch ungemein von unserem Besuch profitieren, denn es ist einfach unglaublich schön zu sehen, wie sich die Situation in Akwakwaa mit unserer Hilfe stückweise verbessert und wie viel besser es den Kindern im Waisenhaus bereits geht. Natürlich gibt es immer noch mehr zu tun, aber wir nehmen es Schritt für Schritt und haben schon wieder neue Ideen in unseren Köpfen. :o)